Darmspiegelung in Wien
Die Darmspiegelung ist angenehmer als ihr Ruf.
Der unangenehmste Teil ist die Vorbereitung am Vortag. Von der Untersuchung selbst bekommen Sie nichts mit: Sie schlafen ein und wachen im Aufwachraum wieder auf.
Warum sich die Vorbereitung lohnt: Die Darmspiegelung gehört zu den wenigen Krebsvorsorgeuntersuchungen, die Krebs nicht nur früh erkennen, sondern verhindern können. Vorstufen, sogenannte Polypen, entferne ich noch in derselben Untersuchung.
Drei Fragen, die mir oft gestellt werden
Tut das weh?
Nein. Sie erhalten eine tiefe Sedierung mit Propofol. Das ist kein Dämmerschlaf, bei dem man noch etwas mitbekommt: Sie schlafen tief. Die Anästhesie übernimmt eine Fachärztin oder ein Facharzt, die oder der sich in dieser Zeit ausschließlich um Sie kümmert.
Wie schnell bekomme ich einen Termin?
In der Regel innerhalb von etwa drei Wochen. Ich habe am Goldenen Kreuz eigene Untersuchungszeiten am Montag und bin dadurch nicht von anderen Kapazitäten abhängig. Bei Alarmsymptomen ist ein Termin deutlich früher möglich; bitte rufen Sie in diesem Fall an und weisen Sie darauf hin.
Und die Vorbereitung?
Sie ist der einzige unangenehme Teil. Am Vortag leichte Kost, dann die Trinklösung, den zweiten Teil trinken Sie am Morgen der Untersuchung. Sie ist wichtig, denn bei einem schlecht vorbereiteten Darm werden Polypen übersehen.
Wie der Tag abläuft
Morgens kommen, am frühen Nachmittag gehen
Weil Sie 24 Stunden nicht selbst fahren dürfen, brauchen Sie jemanden, der Sie abholt, oder ein Taxi.
Vorgespräch in der Ordination
Etwa 20 Minuten: Vorgeschichte, Medikamente, Gerinnung, Aufklärung. Sie bekommen die Unterlagen und das Abführmittel mit.
Aufnahme in der Privatklinik
Nach der Aufnahme ziehen Sie sich um. Dann werden Sie in den OP gebracht, wo die Untersuchung stattfindet.
15 bis 45 Minuten
Eine Magenspiegelung dauert etwa 15 Minuten, eine Darmspiegelung 30 bis 45 Minuten. Bei der Darmspiegelung entferne ich Polypen in derselben Sitzung, auch große. Gewebeproben nehme ich bei Bedarf.
Aufwachen, Tee, Befund
Sie wachen im Aufwachraum auf und bekommen Tee und Zwieback. Dort komme ich zu Ihnen, zeige Ihnen die Bilder und bespreche den Befund. Die Ergebnisse der Gewebeproben liegen nach etwa einer Woche vor. Ich melde mich bei Ihnen, auch wenn alles in Ordnung ist.
Große Polypen entferne ich, wenn möglich, in derselben Untersuchung. Ist danach das Risiko einer Nachblutung erhöht, bleiben Sie zur Sicherheit eine Nacht im Goldenen Kreuz. So bleibt Ihnen ein zweiter Eingriff mit erneuter Vorbereitung erspart.
Wann die nächste Darmspiegelung sinnvoll ist, steht in Ihrem Befund. Der Abstand richtet sich nach Anzahl, Größe und Gewebetyp dessen, was gefunden wurde, nicht nach einer Pauschalregel: Bei manchen sind es zehn Jahre, bei anderen drei.
Wann sie sinnvoll ist
Auch wenn es Ihnen gut geht
Zur Vorsorge ab 45, und zwar gerade dann, wenn es Ihnen gut geht. Denn Polypen verursachen keine Beschwerden. Wenn in der Familie Darmkrebs oder Polypen vorgekommen sind, dann früher: als Faustregel zehn Jahre vor dem Alter, in dem die oder der Angehörige erkrankt ist.
Unabhängig vom Alter bei sichtbarem Blut im Stuhl, positivem Stuhltest, Eisenmangel ohne erkennbaren Grund, chronischem Durchfall, dauerhaft verändertem Stuhlverhalten, ungewolltem Gewichtsverlust oder chronisch-entzündlicher Darmerkrankung.
Gerade bei chronischem Durchfall ist die Darmspiegelung wichtig, auch wenn die Schleimhaut unauffällig aussieht: Mit Gewebeproben aus mehreren Darmabschnitten, sogenannten Stufenbiopsien, lässt sich eine mikroskopische Colitis nachweisen oder ausschließen. Mit bloßem Auge ist sie nicht zu erkennen.
Bei Verdacht auf eine Mastzellaktivierung lasse ich die Gewebeproben außerdem gezielt auf Mastzellen untersuchen. Das ist Teil meiner Mastzell-Spezialdiagnostik und erspart Ihnen eine zweite Untersuchung. Auch an Gewebeproben aus einer früheren Spiegelung kann ich eine Nachfärbung auf Mastzellen veranlassen.
Am häufigsten übersehen wird der Eisenmangel. Er kann das erste und lange Zeit einzige Zeichen sein.
Was es kostet
Tagesklinisch in der Privatklinik
Wie viel Sie selbst zahlen, hängt davon ab, ob Sie eine Sonderklasse-Zusatzversicherung haben.
Bei bestehender stationärer Zusatzversicherung rechnet die Klinik in der Regel direkt mit Ihrem Versicherer ab. Je nach Tarif bleibt ein Selbstbehalt.
Koloskopie einschließlich Anästhesie, Tagesklinik und feingeweblicher Untersuchung. Den genauen Betrag erhalten Sie vorab schriftlich, damit Sie gut planen können.
Das Vorgespräch in der Ordination wird als Wahlarztleistung verrechnet; die Honorarnote können Sie bei Ihrer Kasse einreichen. Die Untersuchung findet in der Privatklinik Confraternität Goldenes Kreuz statt, Lazarettgasse 16–18, 1090 Wien.
Häufige Fragen
Was Sie noch wissen sollten
Ich nehme Blutverdünner.
Das ist in den meisten Fällen kein Hindernis. Ob und wie lange pausiert wird, hängt vom Präparat und vom Grund der Einnahme ab und wird im Vorgespräch festgelegt. Bitte setzen Sie nichts von sich aus ab.
Kann ich Magen und Darm am selben Tag machen?
Ja, in einer Sitzung und einer Sedierung. Das ist auch die angenehmere Variante.
Wie lange falle ich aus?
Den Untersuchungstag. Am nächsten Tag sind Sie in der Regel wieder voll einsatzfähig. Nach der Sedierung dürfen Sie 24 Stunden lang nicht selbst Auto fahren.
Muss ich vorher in die Ordination kommen?
Ja. Das Vorgespräch klärt Vorgeschichte, Medikamente und Gerinnung und ist die Grundlage der Aufklärung. Es dauert etwa 20 Minuten.
Und wenn Sie etwas finden?
Polypen entferne ich in derselben Sitzung, auch große. Ist bei einem großen Polypen das Risiko einer Nachblutung erhöht, bleiben Sie zur Sicherheit eine Nacht im Goldenen Kreuz. So ist kein zweiter Eingriff nötig. Alles Weitere, also Kontrolle, Abklärung und Behandlung, übernehme ich in der Ordination. So müssen Sie sich keine neue Anlaufstelle suchen.
Termin
Einen Termin vereinbaren
Schreiben Sie kurz, worum es geht: Vorsorge, Beschwerden oder eine Kontrolle nach Polypenentfernung. Oder buchen Sie das Vorgespräch direkt online.
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